Tilo Stock
Landesschiedskommission
Ich bin seit ihrer Gründung Mitglied der Partei DIE LINKE und komme ursprünglich aus der „Quellpartei“ Linkspartei.PDS, im Landesverband Bayern bin ich seit 1992. In der letzten Legislaturperiode war ich der Vorsitzende der Schiedskommission. Beruflich bin ich Bahnangestellter im gehobenen nichttechnischen Verwaltungsdienst und gewerkschaftlich Mitglied der EVG. Familienstand ledig ohne Kinder.
Meine Vorstellungen: Mir ist klar, dass das in der DDR und in der Sowjetunion praktizierte Sozialismusmodell falsch war, ansonsten hätte es ja funktioniert. Mir ist aber auch klar, dass der Kapitalismus nicht für die Ewigkeit gemacht ist, sondern so wie alle Vorgängergesellschaftsformationen irgendwann durch eine Nachfolgeordnung abgelöst werden wird. Es ist Aufgabe unserer Partei, die Erinnerung daran wachzuhalten.
Ich bin zum einen beruflich mit Fragen des Zivilrechts, Strafrechts und Ordnungswidrigkeitsrechts befasst (allerdings kein Jurist), zum anderen habe ich immer in Bereichen gearbeitet – Militär und Eisenbahn, wo das strikte Einhalten von Regeln quasi eine Art Lebensversicherung ist. Insofern liegt mir die Arbeit in der Schiedskommission, denn dort geht es darum, dass die Gremien der Partei sich an die in der Bundessatzung und den Ordnungen festgelegten Regelungen halten. Regelverstöße verletzen immer irgendjemand in seinen Rechten. Wichtig für mich ist daher, durch meine Arbeit sicherzustellen, dass durch Satzungsverstöße verletzte Rechte von Mitgliedern oder Gliederungen der Partei wieder geheilt werden, wobei aber gilt, dass Schiedskommissionen nur auf Antrag tätig werden. Die Schiedskommissionen sind keine „Aufsichtsbehörden“, die „von Amts“ wegen über die Einhaltung der Satzungsregeln wachen.
Leider ist es manchmal auch notwendig, Mitglieder gegen ihren Willen aus der Partei auszuschließen, um diese vor Schaden zu bewahren. Erfreulich ist, dass es seit 2024 auch sogenannte "mildere Mittel" gibt, die statt eines Parteiausschlusses zur Anwendung kommen können.

